Swisslos-Kiosk, Zürich
Lange hat dieser Kiosk einfach existiert, zwischen Globus und Pestalozzianlage. Baufällig, mit Graffitis übersät, von seiner Eigentümerin Swisslos zeitweise vergessen. Was daraus geworden ist, lässt sich heute an Ort und Stelle ablesen: Knopfmosaikfliesen in warmem Weiss, abgerundete Ecken, eine Materialisierung, die der zeittypischen Form wieder Würde gib. Wir waren als Metallbauer von Anfang an in das Projekt eingebunden.
Unsere Aufgabe umfasste sämtliche Verkleidungsbleche, die Zargen der Bedienöffnungen, Fensterprofile und Abschlussleisten. Alles gefertigt aus brüniertem Messing. Die Herausforderung lag dabei weniger im einzelnen Bauteil als in der Gesamtstimmigkeit: Abkantungen und Stösse, die sauber schliessen, Flächen ohne Spannungen, eine Unterkonstruktion, die das Sichtbare trägt ohne sich aufzudrängen. Dieser Teil unserer Arbeit ist oft unsichtbar, für uns aber oft der anspruchsvollste.
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Was ist brüniertes Messing?
Brünieren färbt das Metall, ist aber kein Beschichtungsverfahren. Es gibt dem Material keine Hülle, sondern verändert die Oberfläche selbst durch eine chemische Umwandlung. Das Ergebnis ist dichter, tiefer in der Farbe und ohne den «Plastikcharakter» von Lacken oder Beschichtungen. Im Aussenbereich oxidiert brüniertes Messing weiter: Es entwickelt mit der Zeit eine Patina, reagiert auf Licht und Witterung, verändert sich. Der Kiosk sieht in zehn Jahren anders aus als heute. Das wurde bewusst so entschieden und ist keine eine ungewünschte Nebenwirkung vom Brünieren.